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Anlage-Flash September 2026

Die Weltwirtschaft sendet gemischte Signale: Während sich die Konjunkturaussichten teilweise aufhellen, bleiben Inflation, hohe Zinsen und geopolitische Risiken wichtige Einflussfaktoren für die Finanzmärkte.

27.08.2026

Executive Summary

  • Die US-Wirtschaft verliert trotz starkem privatem Konsum und KI-Investitionen an Fahrt. Das Wachstum im zweiten Quartal liegt annualisiert bei 1,5%.
  • Die Eurozone wuchs 0,4% zum Vorquartal und 1% auf Jahressicht. In der Schweiz wurden sportbereinigt alle Schätzungen mit 1,5% übertroffen.
  • EZB und Fed hielten im Juli still und neigen bis Jahresende zur geldpolitischen Straffung – die EZB möglicherweise bereits im September.
  • Die BoJ balanciert Yen-Schwäche, Schuldenlast und Inflationsdruck. Bis Mitte 2027 werden drei Schritte erwartet.
  • Die SNB sieht im desinflationären Umfeld keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

Steigender Schuldendienst belastet das Haushaltsbudget

  • Die US-Bruttostaatsverschuldung hat jüngst die Schwelle von 40 Billionen Dollar überschritten, was rund 123% des BIP entspricht. Mit einem hohen jährlichen Haushaltsdefizit von prognostiziert rund 2 Bio. USD – knapp 6% des BIP – ist ein ungebremster Anstieg vorprogrammiert. Das Congressional Budget Office hält die Höhe und den Pfad für nicht tragfähig.
  • Die Kosten zur Bedienung dieser Schulden belaufen sich aktuell auf jährlich 1’370 Mrd. USD und lagen 2021 noch bei bescheidenen 450 Mrd. USD. Zu diesem Anstieg trug nicht nur die steigende Verschuldung, sondern auch die Zinswende im Nachgang der Corona-Krise bei.
  • Seit den Tiefstständen von 2020 sind die Renditen über die gesamte Zinskurve zwischen 4,0 am kurzen Ende bis über 4,5 Prozentpunkte am langen Ende angestiegen – ein klassischer «Bear Steepener».
  • Aktuell bewirken meteorologische und geopolitische Unsicherheiten mit Angebotsverknappung bei Nahrungsmitteln und Energierohstoffen sowie zahlreiche Investitionsprogramme für Infrastruktur, Datenzentren, Rüstung und die Energiewende einen anhaltenden Inflationsdruck, der die Zinsen nicht nur erhöht hält, sondern auch das Potential für einen weiteren Anstieg birgt.
  • Ein erheblicher Teil der Schulden fällt innerhalb von zwölf Monaten zur Refinanzierung an, die ursprünglich zu tieferen Sätzen begeben wurden. Aufgrund der Renditestruktur werden diese aktuell mehrheitlich kurzfristig refinanziert. Die gesamte Schuldenlast verschiebt sich immer mehr ans kurze Ende, was den Staat und die Fed bei einem erneuten Inflationsschock in einen gefährlichen, sich selbst verstärkenden Refinanzierungskreislauf drängt und ihren Handlungsspielraum einschränkt.
USA: Bruttostaatsverschuldung und 10-Jahres-Rendite
USA: Bruttostaatsverschuldung und 10-Jahres-Rendite Quelle: Bloomberg Finance L.P.

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